Kehlkopflose Bielefeld.de

Bezirksverein der Kehlkopflosen Bielefeld e.V.
Kehlkopfkrebs
Was ist Kehlkopfkrebs?
Stimmlippen mit Karzinom
Der Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung im Kehlkopf. Der Kehlkopf ist das Organ im Hals, welches Luft- und Speisewege trennt und mit dessen Hilfe die Stimme produziert wird. Jährlich erkranken in der Bundesrepublik Deutschland etwa 3.300 Männer und 500 Frauen. Die meisten Patienten sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung zwischen 50 und 70 Jahre alt. Hauptrisikofaktoren für Kehlkopfkrebs sind Rauchen und Alkohol. Da sich die Zahl der Raucherinnen in Deutschland deutlich erhöht hat, erkranken zunehmend auch Frauen an dieser Krebsart.
Wie entsteht Kehlkopfkrebs?
Der Hauptgrund für Kehlkopfkrebs ist das Rauchen, vor allem in Kombination mit erhöhtem Alkoholgenuss. Dabei sind Alkohol und Nikotin nicht nur Risikofaktoren, sondern fördern direkt die Entstehung bösartiger Zellen in der Schleimhaut des Kehlkopfes, die dann ungehemmt weiterwachsen und zur Tumorentstehung führen. Auch Viren können bei der Entstehung des Kehlkopfkrebses eine gewisse Rolle spielen, da bei machen Patienten die Erbsubstanz bestimmter Viren in den Krebszellen gefunden wurde. Des Weiteren weiß man, dass Asbest ebenfalls ein Risikofaktor ist.
Wie bemerkt man die Krankheit?
In rund zwei Drittel der Fälle entsteht Kehlkopfkrebs im Bereich der Stimmbänder. Erste Anzeichen sind dann oft eine anhaltende Heiserkeit sowie Stimmveränderung. Daneben können auch Räusperzwang oder ein Fremdkörpergefühl Hinweise auf ein Larynxkarzinom sein. Ein trockener Reizhusten sowie Schluckbeschwerden sind möglich. In anderen Fällen können ins Ohr ausstrahlende Schmerzen, blutiger Auswurf und Atemnot erscheinen. Heiserkeit und Schluckbeschwerden oder beides gleichzeitig, die ohne oder mit Behandlung länger als vier Wochen andauern, müssen immer von einem HNO-Facharzt abgeklärt werden.
Wie diagnostiziert der Arzt Kehlkopfkrebs?
Bei der ärztlichen Untersuchung wird mit Hilfe eines Spiegels oder mit speziellen Endoskopen der Kehlkopf untersucht. Dabei lassen sich die Stimmlippen, deren Beweglichkeit und die anderen Kehlkopfanteile direkt beobachten. Zusätzlich wird der Hals abgetastet, um mögliche Lymphknotenvergrößerungen zu entdecken. Besteht der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung wird in der Regel unter Narkose eine genauere Untersuchung des Kehlkopfs durchgeführt (Mikrolaryngoskopie). Hierbei wird möglicherweise eine Gewebeprobe (Biopsie) zur weiteren Untersuchung entnommen. Mittels der Computer-Tomographie kann der Arzt wichtige Informationen über die Ausdehnung des Tumorwachstums und die Lymphknoten im Hals erhalten.
Wie behandelt man Kehlkopfkrebs?
Je nach der Art, Ort und Stadium des Tumors behandelt man mit einer Operation, mit Bestrahlung, mit Chemotherapie oder mit einer Kombination aus den Behandlungsmethoden. Dabei ist eine genaue vorherige Untersuchung in Narkose notwendig, um die Ausdehnung des Tumors zu kennen. Der Kehlkopf ist ein sehr wichtiges Organ, von dem nur soviel wie notwendig entfernt werden kann. Ist nur ein Teil des Kehlkopfes befallen, kann der befallene Anteil entfernt werden. Das geschieht durch den Mund oder durch einen kleinen Schnitt am Hals von außen. Danach bestehen meist bleibende Stimmveränderungen. Auch durch eine Strahlentherapie lässt sich ein Tumor im Kehlkopf behandeln. Dadurch erspart man sich zwar die Operation, die gewissen Risiken birgt. Eine solche alleinige Strahlentherapie kommt jedoch nur für bestimmte Stadien der Erkrankung in Frage.
Im fortgeschrittenen Stadien kann es erforderlich werden, den Kehlkopf ganz zu entfernen. Nach einer solchen Operation (Kehlkopfentfernung oder Laryngektomie) ist die normale Atmung durch den Mund nicht mehr möglich. Eine künstlich angelegte Öffnung im vorderen Teil des Halses (Tracheostoma) wird daher notwendig. Wenn der Kehlkopf entfernt wurde, ist auch ein normales Sprechen nicht länger möglich. Durch ein Sprachtraining bei einem Logopäden kann jedoch eine andere Technik des Sprechens erlernt werden. Auch wenn diese Ersatzstimme wegen der fehlenden Stimmbänder anders klingt als gewohnt, ist ein normales Leben dennoch möglich. Da die bösartige Erkrankung auch zu einem Befall der Halslymphknoten führen kann, werden bei der Operation oft auch die Halslymphknoten operativ entfernt. Nach der Operation kann zur endgültigen Behandlung eine Strahlenbehandlung erforderlich werden.
Wie können Sie Kehlkopfkrebs vorbeugen?
Da übermäßiger Alkoholgenuss und Nikotin Risikofaktoren für diese Erkrankung sind, können Sie Kehlkopfkrebs durch entsprechende Lebensweise vorbeugen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim HNO-Arzt wären ebenfalls sinnvoll.
Wie ist die Prognose?
Je früher das Kehlkopfkarzinom diagnostiziert wird, desto größer ist die Aussicht auf Heilung. Die Prognose hängt auch von der Art des Tumors, dem Ort seines Auftretens, dem Stadium und dem Ansprechen auf die Therapie ab. So hat zum Beispiel das Stimmlippenkarzinom die besten Heilungschancen, da es durch frühe Heiserkeit rascher auffällt und relativ spät Metastasen (Tochtergeschwülste) setzt. Eine Rolle spielt auch ein etwaiger Befall der Lymphknoten.
Patienten, die nach einer Kehlkopfkrebstherapie weiterhin rauchen, haben ein stark erhöhtes Risiko, dass der Tumor erneut auftritt, da bereits Schäden an der Schleimhaut bestehen. Eine lebenslange Nachsorge beim HNO-Arzt ist notwendig.

Hinweis: Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen

Diagnose „Krebs”
Veränderungen im Alltag
Was kann ich als Angehöriger tun


Ein krebskranker Mensch ist nach Operation und eventuell schon weiterer erfolgter Therapiemaßnahmen nicht mehr so belastbar wie früher - meist über einen Zeitraum von vielen Monaten. Die ungewohnte neue Rollen und Aufgabenverteilung, z.B. bei der Hausarbeit, kann Anlass zu Konflikten geben. Der Kranke mag den Eindruck haben, völlig überflüssig zu sein; im Gegenzug wird mancher Angehörige auf Grund der großen Verantwortung, die auf seinen Schultern lastet, möglicherweise viel gereizter reagieren als früher.
Versuchen Sie deshalb, eine Lösung zu finden, die nicht nur die Bedürfnisse des Kranken berücksichtigt, sondern darüber hinaus einen reibungslos funktionierenden Alltag gewährleistet. 'Stellen Sie sich darauf ein, dass es einige Zeit dauern wird, bis dieses Gleichgewicht erreicht worden ist. Alte Muster lassen sich nur schwer verändern.
Immer mehr werden Sie den Eindruck haben, dass Sie als Angehöriger den gestellten Anforderungen - sei es nun im Hinblick auf den Kranken, den alltäglichen Dingen des Haushalts oder aber Ihres Berufes - nicht gerecht werden. Es kann sehr belastend sein, den Großteil seiner Zeit mit der Neu- bzw. Umorganisation des Alltags zu verbringen. Stellen Sie deshalb keine zu hohen Anforderungen an sich selbst. Ihre Mitmenschen werden Verständnis dafür haben, dass Sie nicht immer hundertprozentig funktionieren können.
Angehörige neigen dazu, sich selbst und ihre Bedürfnisse zurückzustellen. Sie benötigen jedoch hin und wieder Erholungsphasen, damit sie wieder genügend Energie aufbringen können.
Schätzen Sie deshalb Ihre Kräfte realistisch ein oder hören Sie auf warnende Worte von Freunden und anderen Angehörigen. Erkundigen Sie sich nach Unterstützungen, die von der Krankenkasse und der Gemeinde angeboten werden, und nehmen Sie solche wahr.

Angst und Trauer
Eine Krebserkrankung beeinflusst in erheblichem Maße das Denken und Fühlen aller Beteiligten über einen sehr langen Zeitraum. In Abhängigkeit von der Behandlung, dem Verlauf und der Prognose der Krankheit wird das emotionale Empfinden dabei oft alle nur denkbaren Höhen und Tiefen erreichen.
Bei den meisten ist das beherrschende und immer wiederkehrende Gefühl die Angst. Im Angesicht einer so schweren Erkrankung darf man Angst haben und sie auch zeigen! Seitens der Angehörigen wird dies vor allem Angst vor dem Verlust des geliebten Menschen und Angst vor der Zukunft sein.
Wichtig ist, dass Sie mit dem Kranken über die ihn und Sie beherrschenden Ängste sprechen. Ängste können sich gegenseitig blockieren: So berichten Kranke immer wieder, dass die Verlustangst ihrer Angehörigen für sie schlimmer war als ihre eigene Angst vor der Krankheit oder dem Tod und sie noch Kräfte investieren mussten, um ihren Angehörigen diese Angst zu nehmen.

Soziale Unterstützung
Familie, Freunde und Kollegen können für einen Angehörigen eine große Stütze sein. Einige haben aber Angst davor, dass sie zur Last für andere werden könnten, während sich andere für die eigene Unsicherheit oder Hilflosigkeit schämen. Vielen fällt es jedoch schwer, "Fremde" um Mithilfe zu bitten und mit ihnen über eigene Probleme zu reden. Nicht nur der Kranke braucht eine intensive Zuwendung, Aufmerksamkeit, Fürsorge und Unterstützung; in ebensolchem Maße trifft dies auch auf den Angehörigen zu.
Es kann sinnvoll sein, zwischen denjenigen Personen zu unterscheiden, mit denen Sie über Ihre Probleme reden möchten, und denjenigen, mit denen Sie Ihre Freizeit verbringen möchten.

Hilfe annehmen
Denken Sie daran, dass Sie Ihrerseits nur so gut für den Kranken da sein können, wie Sie selbst genügend Kraft haben und sich wohl fühlen. Wenn Sie mit der Situation allein nicht mehr fertig werden, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Hier leisten Krebsberatungsstellen wertvolle Arbeit. Ein Psychologe oder Seelsorger kann Ihnen ebenfalls dabei helfen, einen Überblick über Ihre Lage zu gewinnen. Fassen Sie es also keinesfalls als persönliche Niederlage auf, wenn Sie sich psychologischen oder seelsorgerischen Beistand holen. Es geht vielmehr darum, für eine schwierige Situation die bestmögliche Lösung zu finden.


Die neue Stimme
(Auszug aus einer Informationsbroschüre)

Ruktusstimme (Speiseröhrenersatzstimme)

Ruktus - Ösophagus
Die Ruktusstimme ( auch Ösophagus - Ersatzstimme ) ist eine schon lange bekannte Technik. Dabei wird die Luft in die Speisröhre verschluckt und dosiert wieder herausgelassen. Im Laufe der Zeit bilden sich am Speiseröhrenmund, als Stimmbandersatz, Schleimhautwülste. Durch das kontrollierte Herauslassen der Luft werden diese Schleimhautwülste in Schwingungen versetzt. Dadurch entstehen wahrnehmbare Töne, die zu Sprachlauten geformt werden können. Dabei werden - wie vorher bei der natürlichen Stimme - der Mund, die Lippen und die Zunge bewegt.Das Erlernen dieser Ersatzstimme erfordert viel Disziplin, Geduld und bedarf besonders geschulten und erfahrenen Therapeuten / Logopäden.

Elektrolarynx

Elektrolarynx
Die elektronische Sprechhilfe besitzt eine vibrierende Membrane, die auf den Hals aufgesetzt wird. Das Gerät bringt Schwingungen von außen in den Rachen. Die entstehenden Töne können im Mund moduliert werden. Dabei werden - wie vorher bei der natürlichen Stimme - der Mund, die Lippen und die Zunge bewegt. Das Erlernen bedarf einer Übung, denn eine saubere Artikulation ist unabdingbar für eine verständliche Sprache.

Stimmprothese (Shunt-Ventil)


Stimmprothese
Nach einer Kehlkopfoperation kann mit Hilfe einer Stimmprothese die Stimme wieder hergestellt werden. Wenn der Prothesenträger sein Tracheostoma verschließt, ( z.B. mit dem Finger ), gelangt die Ausatemluft über die Luftröhre und dem Ventil in die Speiseröhre. Sie strömt dann weiter durch den Speiseröhreneingang in den Mund. Die Schleimhautfalten in der Speiseröhre werden in Schwingungen gebracht und ermöglichen dadurch die Stimmbildung. Mit Hilfe eines Logopäden ist das Sprechen in kürzester Zeit erlernbar. Die Stimmprothese ermöglicht ein Sprechen mit dem gesamten Lungenvermögen. Es können auch längere Sätze formuliert werden.





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