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Rauchen

Nie wieder Rauchen

Wer von der Zigarette weg will, braucht die richtige Strategie und einen festen Willen
Etwa jeder dritte Deutsche raucht – die Hälfte der Qualmer hat aber längst die Nase voll und will aufhören. Die dramatischen gesundheitlichen Nachteile sind gut untersucht. Bekannt ist außerdem, dass Rauchen etwa 13 Prozent aller Todesfälle verursacht. Doch jeder Raucher weiß auch, dass es schwerfällt, die Finger vom Glimmstängel zu lassen.

„Die Nikotinabhängigkeit ist eine Suchterkrankung, bei der Veränderungen im Gehirn dazu führen, dass man in Zukunft gerne wieder raucht und es mit bestimmten angenehmen und entspannenden Situationen verbindet“, erklärt Suchtforscher Professor Falk Kiefer vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Um von der Sucht loszukommen, gibt es verschiedene Strategien. Allen gemeinsam ist, dass man den Tag des Rauchstopps und die Zeit danach gut vorbereiten sollte. Dann sind die Erfolgsaussichten hoch.

Ausstieg unter Anleitung

Was ist die erfolgreichste Methode, um vom Rauchen loszukommen? „Aus wissenschaftlicher Sicht sind das Entwöhnungsprogramme auf der Basis verhaltenstherapeutischer Kurse“, sagt Professor Falk Kiefer. Das bestätigt auch Dr. Christoph Kröger vom Institut für Therapieforschung in München: „Nach einem halben Jahr beträgt die Erfolgsquote immer noch rund 35 bis 40 Prozent.“ Solche Entwöhnungskurse werden von verschiedenen Institutionen, Suchtberatungsstellen, Fachkliniken und Krankenversicherungen angeboten. Unterstützung können auch Rauchertelefone und Online-Entwöhnungprogramme bieten.

Medikamente

Entwöhnungsmittel mit den Wirkstoffen Bupropion oder Vareniclin sollen die Entzugssymptome bei einem Rauchstopp mildern. Allerdings dürfen die rezeptpflichtigen Präparate nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden, da ernste Nebenwirkungen auftreten können. So warnt die US-Arzneimittelbehörde vor Depressionen, Psychosen und Suizidversuchen nach der Einnahme solcher Medikamente.

Genau planen

Notieren Sie sich, warum Sie aufhören wollen, und heben Sie diese Aufzeichnung auf. Die Argumente wirken in schwierigen Entzugsphasen als Motivation. Legen Sie den „Tag X“ fest, und erzählen Sie auch Freunden, Bekannten und der Familie von Ihrem Vorhaben – mit dieser „Rückendeckung“ fällt Ihnen das Durchhalten leichter. Ernähren Sie sich ab sofort möglichst gesund, und treiben Sie viel Sport, damit Sie nach dem Rauchverzicht nicht zunehmen

Alternative Therapien

Eine Vielzahl alternativer Behandlungsmethoden ergänzt das Angebot für künftige Nichtraucher. Besonders beliebt sind Akupunktur und Hypnose, um den Ausstieg aus der Sucht zu meistern. „Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit eindeutig belegen“, gibt Therapieforscher Dr. Christoph Kröger zu bedenken.

Angebote im Internet:

http://www.anbieter-raucherberatung.de/
http://www.tabakkontrolle.de/
http://www.dhs.de/

Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg:
0 62 21/42 42 00 (Mo–Fr 14–18 Uhr), Internet:
www.rauchertelefon.de

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Ostmerheimer Straße 220, 51109 Köln, Tel. 02 21/89 92-0, Internet:
www.bzga.de

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