Bundesverdienstkreuz für Herbert Heistermann




Mit Bundesverdienstorden ausgezeichnet: Ordensträger Herbert Heistermann (2. von rechts) zusammen mit Prof. Dr. med. Holger Sudhoff, Dirk Becker (Bürgermeister Oerlinghausen), Heistermanns Ehefrau Rosemarie Heistermann sowie Landrat Dr. Axel Lehmann (von links). Foto: Kreis Lippe

Der Bundespräsident hat unserem 1.Vorsitzenden Herbert Heistermann am 18.03.2020 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Die Auszeichnung wurde ihm am 04.08. 2020 in Detmold von Landrat Dr. Axel Lehmann feierlich überreicht
Wir vom Bezirksverein freuen uns riesig über die Auszeichnung; es ist doch erfreulich, dass der engagierte persönliche Einsatz von Herbert Heistermann wahrgenommen und gewürdigt wurde.
Die Ehrung und die Publikationen in der Presse tragen sicherlich auch dazu bei, die ehrenamtliche, vielfältige Arbeit der Vereine der Kehlkopfoperierten / Kehlkopflosen in der Öffentlichkeit besser bekannt zu machen.


Herbert Heistermann aus Oerlinghausen erhält das Verdienstkreuz am Bande

Laudatio vom Landrat Dr. Axel Lehmann

Durch sein jahrzehntelanges Engagement, vor allem für die Belange von kehlkopfoperierten Menschen, hat Herbert Heistermann anerkennenswerte Verdienste erworben. Im Rahmen einer Feierstunde nahm er deshalb jetzt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus den Händen von Lippes Landrat Dr. Axel Lehmann entgegen. „Sie haben es geschafft, aus Ihrer eigenen persönlichen Geschichte heraus einen so wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, der über das normale Maß weit hinausgeht“, betonte Landrat Dr. Lehmann in seiner Laudatio.
Als Folge einer Krebserkrankung mussten Herbert Heistermann der Kehlkopf und die Stimmbänder operativ entfernt werden. Seine Erkrankung bewegte ihn, 1997 in den „Bezirksverein der Kehlkopflosen Bielefeld e.V.“ einzutreten und sich dort ehrenamtlich einzubringen.
Ein Ziel des Vereins ist es, Betroffene zu motivieren, trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigungen weiterhin am öffentlichen Leben teilzunehmen. Seit 2004 fungiert Herbert Heistermann als erster Vorsitzender des Vereins. Unter seiner Leitung finden monatliche Treffen statt, die den Mitgliedern die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch bieten. In seiner Funktion als Vorsitzender setzt er sich mit großem Engagement für die öffentlichkeitsarbeit des Vereins ein. So stellt er die Vereinsarbeit beispielsweise bei Krankenhausveranstaltungen, auf dem Logopäden-Kongress oder bei der AWO-Krankenpflege vor.
1999 wurde Herbert Heistermann vom „Bundesverband der Kehlkopfoperierten“ zum Wassertherapiebeauftragten ausgebildet. Dadurch ist er berechtigt, Kehlkopflose in den Gebrauch eines speziellen Wassertherapie-Gerätes einzuweisen. Ohne das Gerät und ohne die besondere Einweisung ist ein gefahrloser Aufenthalt im Wasser für diesen Personenkreis nicht möglich. Auf diese Weise konnte der Oerlinghauser vielen Betroffenen helfen, sich wieder im Wasser zu bewegen. Die Wassertherapie-Gruppe des „Bezirksvereins der Kehlkopflosen Bielefeld e.V.“ wird von Herbert Heistermann geleitet und trifft sich wöchentlich zu wassertherapeutischen Anwendungen.

Als Vorsitzender des „Bezirksverein der Kehlkopflosen Bielefeld e.V.“ unterstützt er auch die Arbeit des „Landesverbandes der Kehlkopfoperierten NRW e.V.“. Von 2008 bis 2014 gehörte er dem dortigen Vorstand an.

Seit 2000 engagiert sich der Würdenträger auch als ehrenamtlicher Patientenbetreuer im Klinikum Bielefeld. Er berät dabei Patienten, die am Kehlkopf operiert oder gelasert werden sollen und nimmt ihnen die Sorgen und ängste. Außerdem zeigt er den Patienten Möglichkeiten auf, wie sie nach der Operation ihre Lebensqualität erhalten können. Auch nach den Eingriffen steht er den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite. Als Patientenbetreuer führt Heistermann sowohl Klinik- als auch Hausbesuche durch. Unter hohem persönlichen und zeitlichen Aufwand führt er jährlich rund 100 Aufklärungsgespräche.

Innerhalb des Klinikums Bielefeld-Mitte engagiert sich Herbert Heistermann außerdem seit zehn Jahren ehrenamtlich im „Qualitätszirkel Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“.